Case Study Blow-Fill-Seal: Pionierleistung bei Pioneer
17. Februar 2026
Bei der irakischen Pioneer Co. for Pharmaceutical Industries, einem der größtem Blow-Fill-Seal-Abfüller im Nahen Osten, überprüfen HEUFT spotter II BFS-Systeme die Produktqualität, Funktionalität und Dichtigkeit von Infusionsflaschen und Ampullenstreifen.
Sie überprüfen die Integrität jedes einzelnen Endprodukts inline. Und halten selbst bei hohen Liniengeschwindigkeiten Schritt. Sie brauchen kein Karussell, keine Sternräder, keine Zentriertulpen oder Greifer. Sie enthalten weder Drehteller noch behälterführende Formatteile, die hohe Anschaffungs-, Wartungs-, Lagerhaltungs- und Verschleißkosten mit sich bringen und bei Sortenumstellungen langwierig ausgetauscht werden müssen. Ihre geradlinige, platzsparende Konstruktion, der die mit parenteralen Flüssigpräparaten befüllten Ampullen und Infusionsflaschen aus Polymer stressfrei an unterschiedlichen Erkennungsstationen entlang befördert, eignet sich bestens für ein 100-prozentiges Container Closure Integrity Testing (CCIT) der per Blow-Fill-Seal (BFS) aseptisch hergestellten Endprodukte.
Das sind nur ein paar der Gründe, warum man sich dazu bei der Pioneer Co. for Pharmaceutical Industries dazu entschieden hatte, insgesamt drei HEUFT spotter II BFS-Systeme in ihrem Werk in Sulaymaniyah, eine der größten Städte der autonomen irakischen Region Kurdistan, zu installieren. Elf Jahre nach der Unternehmensgründung im Jahr 2010 war man dort nämlich an die Kapazitätsgrenzen gestoßen, als es darum ging, das Produktportfolio zu erweitern und zusätzlich zur Herstellung und Verpackung von Tabletten, Kapseln oder Sirup einen sicheren BFS-Prozess auf engstem Raum zu etablieren.
Optische Komplettinspektion und CCIT
Dies betrifft Präparate wie Paracetamol, Lidocain oder Sodiumchlorid, die dort in BFS-Seal-Infusionsflaschen mit bis zu 500 ml Fassungsvermögen landen. Aber auch Wasser zur Injektion, Magnesiumsufalt oder Calciumglukonat, das in bis zu 10 ml fassende BFS-Ampullen verpackt wird. Jeweils zehn von ihnen werden dabei jeweils in einem zusammenhängenden Ampullenstreifen gebündelt, die genau wie die BFS-Infusionsflaschen in einem vollautomatischen aseptischen Komplettprozess hergestellt, befüllt und versiegelt werden. Nach der Sterilisation in einem Autoklav werden sie dann per Roboter von der Produktions- in spezielle Inspektions- und Kennzeichnungs-Linien überführt. Die Infusionsflaschen werden da etikettiert, die Ampullen per InkJet mit Lot- und Chargenkodierungen gekennzeichnet. Und geradlinige Inspektionssysteme von HEUFT übernehmen das CCIT.
Die Installation der beiden HEUFT spotter II BFSB -Geräte, die Hochleistungsoptik mit der HEUFT squeezer-Technologie kombinieren, um die Unversehrtheit und Dichtigkeit von Infusionsflaschen zu überprüfen, war eine echte Pionierleistung. Vorher waren die Vollpackmittel lediglich einer Sichtprüfung unterzogen worden. Doch die gestaltete sich nicht nur sehr personal-, sondern auch zu zeitintensiv. Selbst 70 Mitarbeiter konnten angesichts tausender auf einmal zu untersuchenden Produkten lediglich stichprobenartige Checks vornehmen. Dezente Defekte, Fremdpartikel und Lecks wurden dabei nicht immer entdeckt. Der HEUFT spotter II BFSB untersucht dagegen jetzt jeden einzelnen Behälter lückenlos und findet auch solche unscheinbaren Fehler.
Vollabdeckende Ampullenstreifeninspektion mit MCIP

Zur außergewöhnlichen Erkennungsgenauigkeit tragen adaptive Beleuchtungsverfahren bei. Genauso in die intelligenten Farbsensorkameras integriert wie die proprietäre Hard- und Software zur intelligenten Bildfilterung, -subtraktion und -analyse setzt das inhouse-entwickelte Multi Colour Image Processing (MCIP) typische Charakteristika optimal in Szene, sodass Fremdpartikel innerhalb des Behälters oder Einschlüsse, Kratzer, Riefen oder Schwarzbrenner im Verpackungsmaterial deutlich präziser zu orten sind. Für Redundanz und mehr Präzision bei der Dichtigkeitskontrolle lässt sich zusätzlich eine Hochpannungs-Leckagenerkennung (HVLD) an das kompakte System zur BFS-Ampulleninspektion anbinden.
Eine lückenlose Komplettinspektion verwirklicht auch der HEUFT spotter II BFSA, der im Sommer 2023 zur Endprüfung von bis zu 12.000 BFS-Ampullenstreifen pro Stunde in Sulaymaniyah installiert worden ist. In der Linie, in der sie abschließend gekennzeichnet werden, lichten elf HEUFT reflexx A.I.-Kameras sie dazu von allen Seiten ab. Damit das stets vollabdeckend gelingt, verfügt das Kompaktsystem über eine ausgeklügelte Optomechanik mit alternierend konstruierten Transportriemen: Auf ihrem Weg durchs Gerät werden die bereits befüllten Primärpackmittel einmal oben und einmal unten anfasst. Volle Abdeckung ohne blinde Bereiche ist damit stets gewährleistet.
Automatische Sortenwechsel, geradliniger Transport

Die MCIP-Technologie ist in allen drei HEUFT-Systemen bei Pioneer integriert. Dies gilt auch für ein viertes Gerät, das dort demnächst in eine weitere BFS-Linie für Infusionsflaschen installiert werden wird. Genau wie die schon vorhandenen wird auch dieses so hoch automatisiert sein, dass Sorten- und Programmwechsel werkzeuglos und schnell gelingen. Von den Trigger-Lichtschranken über Kameras und Beleuchtung bis zu den Transportriemen: Relevante Komponenten müssen bei der Umstellung nicht einzeln ausgetauscht werden. Deren jeweilige Position passt sich vielmehr selbsttätig an die geänderte Sorte an. Unnötig lange Stillstände werden so wirksam vermieden.
Mehr Effizienz schafft auch der geradlinige Behältertransport inklusive vorausschauender Bändersteuerung. Vom Einlauf bis zur Ausleitüberwachung ist eine millimetergenaue Behälterverfolgung sichergestellt. Die beiden Systeme zur Inspektion von BFS-Infusionsflaschen sind sogar jeweils mit gleich zwei Ausleitsystemen ausgestattet: Ein HEUFT mono stößt undichte oder von kritischen Defekten betroffene direkt in die Abfalltonne, die HEUFT DELTA-FW-Fließweiche befördert diejenigen mit eventuell tolerierbaren kosmetischen Fehlern stehend zur Revision.
Echte Turnkey-Lösungen

Zur außergewöhnlichen Erkennungsgenauigkeit tragen adaptive Beleuchtungsverfahren bei. Genauso in die intelligenten Farbsensorkameras integriert wie die proprietäre Hard- und Software zur intelligenten Bildfilterung, -subtraktion und -analyse setzt das inhouse-entwickelte Multi Colour Image Processing (MCIP) typische Charakteristika optimal in Szene, sodass Fremdpartikel innerhalb des Behälters oder Einschlüsse, Kratzer, Riefen oder Schwarzbrenner im Verpackungsmaterial deutlich präziser zu orten sind. Für Redundanz und mehr Präzision bei der Dichtigkeitskontrolle lässt sich zusätzlich eine Hochpannungs-Leckagenerkennung (HVLD) an das kompakte System zur BFS-Ampulleninspektion anbinden.
So sind aus den ersten Geräten, die zur Integritätsprüfung von BFS-Infusionsflaschen bei Pioneer installiert wurden, echte Turnkey-Lösungen geworden, die eine ausgeklügelte optische Komplettinspektion mit bewährten Verfahren zur Dichtigkeitskontrolle, cleverer Bändermechanik und vorausschauender Bändersteuerung kombinieren. Ähnliches gilt auch für das zwei Jahre später hinzugekommene Kompaktsystem zur BFS-Ampulleninspektion. Als bedeutendster BFS-Abfüller im Nahen Osten erreicht die ISO- und GMP-zertifizierte Pioneer Co. for Pharmaceutical Industries damit genau das, was GMP-Annex 1 vorschreibt, um die Dichtigkeit der steril abgefüllten Primärpackmittel und die mikrobielle Reinheit der enthaltenen Präparate zu gewährleisten: Ein durchgängiges CCIT jedes einzelnen Endprodukts.